Monatsrückblick Oktober-November 2022: im Zeichen der Wassermelone

Cherson 11.11.22 Wassermelone Symbol

Solch ein Klimawandel sei doch nicht so schlimm, könnte man meinen, wenn man sich im Oktober und November 2022 in Deutschland aufgehalten hat. Der Sommer scheint endlos, bis weit in den November blühen die Blumen in meinem Garten, reifen die Tomaten und Himbeeren. Insbesondere die Himbeeren sind unerschrocken, bilden auch nach dem Frost immer wieder Früchte und schaffen es, diese bis Ende November zu reifen. Sie erinnern mich an meine unbeugsamen Landsleute in der Ukraine.

Wir verbringen die Mahlzeiten oft auf der Terrasse. Meistens ist dabei sogar der Sonnenschirm notwendig.

Natürlich ist mir klar, dass es nicht normal ist und dass die Welt dabei ist, in vielerlei Sicht aus den Fugen zu geraten. Doch momentan kann ich nicht viel mehr dagegen ausrichten, als ich ohnehin schon tue. Oder vielleicht doch? Ich werde später darüber nachdenken, wenn die Sonne weg ist und die Winterabende lang und dunkel werden.

November Himbeeren

Endspurt und Übungsrunden im Bewusstseinsberater-Kurs

Wie du vielleicht schon weißt, absolviere ich gerade eine brandneue Ausbildung an der Maharishi International University. In diesem Kurs geht es um den längst fälligen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft, von der ausschließlich materialistischen Betrachtung der Welt hin zur Anerkennung des Geistigen als Grundlage aller Schöpfung. Die Faktenlage ist erdrückend, die Erkenntnisse aus der Quantenphysik, Quantenbiologie und den Neurowissenschaften dürfen nicht länger ignoriert werden.

Für das ganz praktische alltägliche Leben bedeutet das, dass die Menschen eine neue Hoffnung und eine neue Perspektive bekommen, ihr Leben frei und selbstbestimmt zu leben und die Kraft aus seinem Innersten zu schöpfen. Der Schlüssel dazu ist das eigene Bewusstsein und seine Entwicklung mithilfe bestimmter Techniken (alles legal und wissenschaftlich bestätigt;)).

Als zukünftige Bewusstseinsberaterin und -coach werde ich die interessierten Menschen auf diesem Pfad begleiten und bei der Auswahl geeigneter Methoden unterstützen.

Das Kernstück ist die Transzendentale Meditation (TM), aber auch Methoden wie ayurvedische Reinigungskur, ayurvedische Ernährung, Aromatherapie, Lichttherapie, Klangtherapie, vedische Astrologie und vedische Architektur (Vastu). Kürzlich habe ich ein Wochenende in einem Vastu-Haus verbracht, hier kannst du den Bericht darüber lesen.

Vom Oktober bis voraussichtlich Dezember üben wir in unseren Kleingruppen unsere Vorträge und Kundenberatungen, danach läuft die Zertifizierung (toi-toi!). Und ab Januar 2023 vergebe ich hoffentlich die ersten, zunächst kostenlosen Initialberatungen bzw. Coachings. Stay tuned!

Weiter bloggen und die erste Blogparade

Es kommt immer mehr Leben auf meine Webseite, ich gestalte sie in winzigen Babyschritten weiter und lasse mich von The Content Society inspirieren und helfen. Judith Peters lässt sich immer wieder tolle Themen einfallen und erklärt ausführlich, wie die Texte optimal aufgebaut und geteilt werden können. Das gegenseitige Feedback in unserer Gruppe hilft, das Geschriebene zu verbessern und blinde Flecken zu vermeiden. Auch bei technischen Fragen (intern Technik-Kungfu genannt;)) bekommt man schnelle und kompetente Hilfe. Übrigens, gerade läuft Judiths kostenlose Challenge Jahresrückblog.

Als unser Wochenthema Anfang Oktober „Blogparade“ lautet, beschließe ich, daran teilzunehmen. Blogparaden sind eine fast vergessene Tradition aus der Blogosphäre, als es noch keine Social-Media gab. Doch auch jetzt ist es eine hervorragende Möglichkeit, sich unabhängig davon zu vernetzen und eigene Meinung kundzutun. Ich entscheide mich für eines meiner Lieblingsthemen: Selbstwirksamkeit.

Ich freue mich sehr, als einige Gastautoren ihre Beiträge einreichen und schreibe wie besprochen einen zusammenfassenden Artikel mit den Links zu den jeweiligen Blogs.

Meta-Schock und Sperrung der TCS-Facebookgruppe

Das fröhliche Powerbloggen in The Content Society bekommt einen empfindlichen Dämpfer, als Judith Peters plötzlich und ohne Vorwarnung auf Facebook und Instagram auf Lebenszeit gesperrt wird. Und ihre acht Teammitglieder noch dazu.

Das Problem dabei: alle Inhalte und Diskussionen laufen in der geschlossenen Facebook-Gruppe, aber die Gruppe ist verschwunden!!! Zum Glück gibt es noch einen Mitgliederbereich mit Inhalten, aber der Austausch untereinander fehlt doch sehr.

Ich kann mir kaum ausmalen, wie Judith sich gefühlt haben muss, sie hat in diesen Kurs viel Herzblut und Energie reingesteckt und ist zu Recht sehr erfolgreich damit. Die Inhalte, die sie zum Thema „Bloggen“ mit uns teilt, sind lehrreich und sehr wertvoll, die Community wächst. Und dann dieses Desaster mitten in ihrem größten Jahreslaunch.

Nach ein paar Tagen ist der Spuk fast vorbei, Judith darf ihren Account eingeschränkt wieder nutzen, aber der Schock sitzt tief und das Vertrauen in Meta als Unternehmen gründlich erschüttert.

Auch ich mache mir Gedanken darüber, ob es so klug ist, sich solchen Unternehmen komplett auszuliefern. Seit 2014 beobachte ich insbesondere im ukrainischen Segment von Facebook, wie einflussreiche Blogger durch russische Trolle verunglimpft und dann von Meta dauerhaft gesperrt werden. Und zwar aus nichtigen Gründen, man darf kaum etwas Unschmeichelhaftes über den russischen Terrorstaat erwähnen. Dafür blüht und gedeiht russische Propaganda, „alternative Wahrheiten“ verbreiten sich wie Pest und vergiften die unbedarften Gehirne.

Doch wie kann man sich als Online-Unternehmerin vor der Willkür der sozialen Medien und übermächtiger Großkonzerne schützen, könnte man etwa ganz darauf verzichten? Stefanie Seitz, Bloggerin, Mitglied im Judith Peters Team und auch von der Sperre betroffen, macht einen Selbstversuch. Sie will herausfinden, wie es sich auf ihre Webseite auswirkt, wenn sie 40 Tage lang auf die Social Media verzichtet. In ihrem Blog berichtet sie live davon.

Die Befreiung des südukrainischen Cherson

Cherson ist das erste (und einzige) größere ukrainische Verwaltungszentrum, das von Russland erobert wurde und seit März unter der russischen Terrorherrschaft gelitten hat. Anfangs gab es noch Proteste dagegen, die Menschen gingen mit ukrainischen Fahnen auf die Straßen, auch wenn dort schon russische Panzerfahrzeuge standen. Doch es dauerte nicht lange, da verschwanden die Aktivisten, wurden verhaftet, nach Russland verschleppt oder einfach getötet. Russland hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem sehr brutalen Polizeistaat entwickelt, der jede Protestbewegung im Keim erstickt.

Seit Sommer wurde darüber gemunkelt, dass die ukrainische Armee eine Gegenoffensive startet, um Cherson zu befreien. Russland hat dort daraufhin viel Kriegsmaterial und Soldaten zusammengezogen, aber die ukrainische Offensive ließ auf sich warten. Und kaum jemand hat wirklich daran geglaubt, dass sie angesichts der militärischen Übermacht Russlands erfolgreich sein könnte.

Stattdessen nutzten die Ukrainer die nun geschwächte nördliche Flanke der Front und befreiten überraschend einen großen Teil des Gebiets um Charkiw. Ich habe darüber in meinem September-Rückblick geschrieben.

Anfang November kursieren immer mehr Gerüchte, dass die russische Armee sich aus Cherson zurückziehe. Doch Genaueres weiß man nicht, denn die Armeeführung verhängt eine strikte Informationssperre an der Front, man will eine mögliche Operation nicht gefährden.

Und dann wird es am 11.11.22 offiziell – die Stadt Cherson ist wieder unter der ukrainischen Kontrolle!

Wassermelone Symbol Chersons
Wassermelone wurde zum Symbol des Gebiets Cherson, aus dieser warmen Gegend wird die ganze Ukraine mit süßem Obst und schmackhaftem Gemüse versorgt.

Die ukrainischen Soldaten werden auf den Straßen frenetisch begrüßt, die Menschen tanzen vor Freude in einer verwüsteten, kalten und dunklen Stadt. Die russischen „Befreier“ haben nämlich vor ihrem Abzug alles mitgenommen, was sie konnten und zum Schluss noch die Versorgungsinfrastruktur gesprengt.

Russischer Terror erreicht ein neues Level – der General Armageddon übernimmt

Nachdem die russische Armee eine Niederlage nach der anderen einstecken musste und kaum Geländegewinne erzielen konnte, ernennt Putin einen als besonders brutal und skrupellos bekannten General Surowikin zum obersten Kommandeur im Krieg gegen die Ukraine. Dieser hat schon in Syrien und Tschetschenien gewütet und ist bekannt für seine Methode der „verbrannten Erde“.

Der „tapfere General“ schreitet auch direkt zur Tat und nimmt erfolgreich den Kampf mit den ukrainischen Stromleitungen, Hochhäusern und Kinderspielplätzen auf.

Im Oktober und November greift Russland kritische zivile Infrastruktur mit Hunderten Raketen und iranischen Kamikaze-Drohnen an. Das Ziel ist, den Widerstand zu brechen und erneut Millionen Menschen zur Flucht in die Europäische Union zu zwingen. Das soll wiederum die westlichen Demokratien destabilisieren und Rechts- und Linkspopulisten an die Macht bringen. Diese sind traditionell russland- und putinfreundlich und würden Putin helfen, endlich sein erträumtes und mächtiges russisches Imperium auszubauen und als Zar Wladimir in die Geschichtsbücher einzugehen (Sarkasmus aus).

Doch die Rechnung scheint nicht aufgehen zu wollen, es gibt kaum zusätzliche Fluchtbewegung, die Ukrainer stellen sich auf mehrtägige Stromausfälle ein, helfen einander und finden recht kreative Lösungen, damit umzugehen. Und überfluten soziale Medien mit lustigen Memes.

„Wir sehen auch ohne Licht, dass ihr A+++ seid.“

Borys Filatov, Bürgermeister der Stadt Dnipro

Unterwegs auf den ukrainischen Demos

Wann immer möglich bin ich in München auf die ukrainischen Demos, die gibt es seit 2014 regelmäßig als Antwort auf den russischen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine.

Im Februar und März versammelten sich auf solchen Kundgebungen Zehntausende Menschen. Inzwischen ist es nur der kleine, aber harte Kern aus Aktivisten, die die Münchner mit gelb-blauen Fahnen, ukrainischen Liedern und flammenden Reden beim Einkaufen und Flanieren „stören“.

Anscheinend denken die Menschen, dass eine solche Demo nichts bringt, man könne ja als kleines unbedeutendes Rädchen ohnehin wenig bewirken. Ich bin da ganz anderer Meinung: nur so kann man etwas bewirken. Mit beständiger Präsenz und Druck auf die Entscheidungsträger können Dinge in Gang gebracht werden. Dazu muss sich jeder Einzelne für die gemeinsame Sache zuständig fühlen. Ohne einzelne Tropfen gibt es keinen Ozean.

Eine der Demos im November war eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holodomors, eines von Stalin künstlich herbeigeführten Hungertods von schätzungsweise vier Millionen Ukrainer.

Kürzlich hat der Deutsche Bundestag den Holodomor endlich als Völkermord anerkannt. Das geschah erst im zweiten Anlauf und kostete den Initiatoren enorme Kraftanstrengung.

Ukrainische Kultur in München

Nach der entbehrungsreichen Coronazeit habe ich wieder richtig Lust auf Kultur. Ich habe Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen richtig vermisst.

Ein Glück, dass viele ukrainischen Künstler derzeit auf Tour sind und oft in München auftreten. Mit Glück meine ich mein Glück als Kunstinteressierte, denn manchmal sind diese Menschen im erzwungenen Exil oder sammeln Mitteln für die ukrainische Armee und verzichten dabei auf ihre Gagen. Wie sie sich selbst über dem Wasser halten, steht auf einem anderen Blatt. Ich beschließe jedenfalls, sie zu unterstützen, wann immer es mir möglich ist.

Die Kinder in der Diaspora sollen wissen, woher sie kommen und ihre Kultur und Sprache erhalten

Das diesjährige Literaturfest München ist zum großen Teil der Ukraine gewidmet, und es gibt einige interessante Veranstaltungen mit den ukrainischen Autoren. Ich gehe zu einer Lesung mit Artem Chapeye und Artem Tschech auf. Beide kämpfen derzeit im Krieg als Soldaten wie viele anderen talentierten Künstler. Ich hoffe inständig, dass sie bald wieder wohlerhalten nach Hause zurückkehren und sich ihrer Kunst widmen.

Die Lesung ist sehr bewegend, der Saal feiert die beiden mit stehenden Ovationen. Iryna Tsilyk, ukrainische Regisseurin und Ehefrau von Artem Cheh, beschreibt später sehr treffend „die Zärtlichkeit gegenüber beiden Soldaten, die etwas hilflos versuchten sich zu erinnern, dass sie auch noch Schriftsteller sind“.

Am 26. November gehen wir nach einer Demo zum großartigen Konzert des Kammerorchesters der Musikakademie Lwiw, organisiert von der Musikfakultät der LMU München.

Das Stück des ukrainischen Komponisten Myroslav Skoryk heisst einfach „Melodie“;)

Die Gemeinde Hallbergmoos bei Erding und die Musikschule Neufahrn-Moosburg organisierten ein besonderes Konzert mit jungen und sehr talentierten ukrainischen Künstlern, die ihre Heimat verlassen mussten und jetzt verstreut in Europa leben. Zum Teil erhalten sie Online-Unterricht von ihren Schulen in der Ukraine. Alle Einnahmen wurden für die Ukraine-Hilfe gespendet.

Puh, es war ganz schön viel los bei mir im Oktober und November, im Nachhinein betrachtet. Und bei dir? Hast du auch einen Monatsrückblick geschrieben? Teile ihn gerne in den Kommentaren!

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