Wir können etwas bewirken!-Erkenntnisse aus meiner Blogparade

Krone aufsetzen

Am 9. Oktober 2022 habe ich, inspiriert von meiner Blog-Mentorin Judith Peters, zu meiner ersten Blogparade ausgerufen. Folgende Frage habe ich gestellt: Machtlos oder mächtig?-Was können wir bewirken?

Eine rege Beteiligung habe ich als Blog-Anfängerin nicht erwartet, aber dann haben sechs Personen daran teilgenommen! Ich habe mich sehr gefreut, herzlichen Dank dafür!

Das Thema Selbstwirksamkeit interessiert mich schon immer, es ist eines meiner zentralen Themen auch beruflich. Ich frage mich, warum manche Menschen so viel Gutes und andere so viel Böses in der Welt bewirken, z. B. Steve Jobs und Putin, Mutter Teresa und Hitler. Und vor allem, wie sich das auf die Gesellschaften auswirkt, wenn sich die Menschen ihrer individuellen Wirksamkeit bewusst werden oder diese leugnen.

Wie ist der brutale russische Vernichtungskrieg gegen die Ukraine möglich? Es sind einzelne Menschen, die etwas Kleines bewirken: Propaganda verbreiten, Panzer zusammenschrauben, Raketen fertigen, diese abschießen, Uniform für die Soldaten nähen und Brot backen, als Soldat in die Ukraine gehen und dort morden, vergewaltigen und Kloschüsseln stehlen. Und noch Milliarden kleine Handlungen, die zusammen eine gigantische Kriegsmaschinerie zum Laufen bringen. Gleichzeitig fühlen sich diese Menschen nicht für ihre Taten verantwortlich, sie „führen nur Befehle aus“. Auch wenn manche den Krieg nicht direkt unterstützen oder gar ablehnen, sind sie in der Masse sehr wirksam in ihrem Nichtstun.

Wie ist es möglich, dass im Vergleich zu Russland winzige Ukraine erbittert und so erfolgreich Widerstand leistet? Zum einen haben meine Landleute keine Wahl, nicht jeder will und kann ins Ausland fliehen und schon gar nicht unter der russischen Terrorherrschaft leben. Zum anderen fühlt sich fast jeder für seine Heimat zuständig: von den Erstklässlern, die ihr Taschengeld an die Armee spenden bis zu den 90-jährigen Greisen, die warme Socken stricken oder wärmende Kerzenlichter für die Front fertigen.

Olena Vladymyrets aus Vinnytsia, 93 Jahre alt, fertigt Schützengrabenkerzen für die Soldaten
an der vordersten Front

Die Selbstwirksamkeit ist also auch eine Frage der Perspektive und der gesellschaftlichen Prägung und Selbstwahrnehmung. Sie ist nicht in Stein gemeißelt, sondern unterliegt der dynamischen Entwicklung. Der Schlüssel ist meiner Meinung nach das eigene Bewusstsein.

Aber nun sei gespannt auf die Meinungen meiner Gastautoren.


Maren Schmidt eröffnete die Diskussion mit ihrem Erfahrungsbericht aus der Unternehmenswelt. In ihrer Arbeit als Change Beraterin begegnet sie immer wieder der Frage nach der Wirksamkeit jedes Einzelnen, und jeder versteht das anders. Manche Mitarbeiter fühlen sich als kleine unbedeutende Rädchen in der Firmenmaschinerie, andere übernehmen die Verantwortung und vergrößern so ihren Wirkungskreis.

Heiko Metz ist Pastor und Familienvater und denkt oft darüber nach, wie wir die Welt verbessern können und was der Einzelne dabei bewirken kann. Solche Beispiele wie die Friedensnobelpreisträgerin Malafi Yousafzai geben uns die Hoffnung, dass es doch eine Menge sein kann, wenn wir uns als der unverzichtbare Teil von etwas Größerem fühlen. Und dieses Größere, für die Christen ist es der wohlmeinende Gott, zu unserem Verbündeten machen.

Claudia Schulte ist Businesscoach, Autorin und Speakerin und ist überzeugt, dass jeder von uns über innere Kraftquellen verfügt, die er jederzeit anzapfen und dadurch die eigene Wirksamkeit erhöhen kann. Kürzlich hat sie darüber ein Buch veröffentlicht und veranstaltet eine Masterclass dazu.

Ich hatte das Glück, in den Genuss von Claudias Coaching zu kommen. In diesen intensiven Sitzungen kristallisierten sich meine beiden Lebensthemen heraus: Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit.

Jutta Büttner ist Psychologin und Expertin für wertschätzende Kommunikation. In ihrem Beitrag plädiert sie dafür, dass die Menschen bei sich anfangen, wenn sie etwas verändern wollen. Nur so kann man die eigene Wirksamkeit erfahren und ausweiten. Noch besser ist es, den Weg nicht allein zu gehen, sondern Gleichgesinnte zu suchen und sich passenden Gruppen anzuschließen.

Barbara Brüning betrachtet das Thema im Familienkontext. In ihrer Arbeit als Familientherapeutin begegnet sie oft dem lähmenden Gefühl der Ohnmacht. Was macht dieses Gefühl mit uns, und vor allem: wie kommen wir da raus? Barbara zeigt in vier einfachen Übungen, wie wir die Macht über unser Leben wiedererlangen und unsere Wirksamkeit erhöhen.

Andre Heise war früher in der IT tätig und betreibt heute einen nachdenklich-ironischen OldieBlog, wie er ihn selbst nennt. Hier tut er seine Erkenntnisse und Erlebnisse aus dem Leben kund. In seinem Beitrag geht Andre auf alle (!) meine Inspirationsfragen ein und gibt sehr lesenswerte Stellungnahmen ab. In der Einleitung zitiert er Dalai Lama:

„Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer meinem herzlichen Dank an alle, die an meiner Blogparade teilgenommen haben!

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8 Kommentare

  1. Liebe Marianna, meinen Glückwunsch zu Deiner gelungenen ersten Blogparade zum Thema „Selbstwirksamkeit“ 🙂 Ich bin wieder einmal beeindruckt von Deiner großen Sprachbegabung als gebürtige Ukrainerin. Dein einleitender Text geht unter die Haut, er ist voller Leidenschaft und man fühlt beim Lesen den tiefen Schmerz und das Mitgefühl für Dein Volk. Ich freue mich sehr über den prominenten Platz, den Du mir unter den Teilnehmer*innen Deiner Blogparade eingeräumt hast und bedanke mich ganz herzlich bei Dir!! Viele liebe Grüße und eine schöne Adventszeit für Dich & Deine Familie – Claudia

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